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WK «Manticore»

Port, 19. Mai 2022 – Stromabschaltungen wegen Energieknappheit und Verkehrschaos nach Stürmen: Der diesjährige Wiederholungskurs der Zivilschutzorganisation NIDAU plus zeichnet ein düsteres Bild. Worauf es im Extremfall ankommt, haben die Angehörigen des Zivilschutzes während drei Tagen geübt.

Das Szenario wirkt apokalyptisch: Nachdem sich die Versorgungslage verschärft hat, kommt es in der Schweiz zu einem Energieengpass. Ganze Quartiere sind ohne Strom, betroffen ist auch ein Pflegeheim. Gleichzeitig erschwert eine Sturmfront die erforderlichen Massnahmen. «Durch die starke digitalisierung der Gesellschaft steigt auch das Risiko eines Blackouts. Es ist wichtig, dass wir für den Notfall vorbereitet sind», sagt Kursleiter Patrik Mühlheim.

Deshalb üben die Fachbereiche der Zivilschutzorganisation (ZSO) NIDAU plus vom 17. bis 19. Mai den Ernstfall. Insgesamt wurden rund 100 Angehörige des Zivilschutzes zum Wiederholungskurs (WK) «Manticore» aufgeboten.

Während Pioniere mit neuen, hydraulischen Abbauhammern die Beseitigung von Trümmern repetieren, kümmert sich der Fachbereich Telematik um den Aufbau einer Kommunikationsinfrastruktur, die auch im Fall eines Stromausfalls funktioniert. Dazu wird eine mobile Funkantenne aufgebaut und der Meldefluss geübt. Daneben wiederholen die Zivilschützer wie man den Verkehr regelt, Wasserpumpen und Kettensägen bedient und worauf bei der Ersten Hilfe zu achten ist.

Unterstützung aus dem Pflegeheim

Ernstfälle können auch Gesundheitseinrichtungen treffen. Was dann zu tun ist, proben die Betreuer mit der Unterstützung von rund zehn freiwilligen Bewohnerinnen und Bewohnern aus dem Heim «Im Fahr». Simuliert wird eine Evakuierung mit anschliessender Betreuung und Verpflegung in der Sanitätshilfsstelle Brügg.

Im Rahmen eines Debriefings werden am letzten Kurstag alle Übungen reflektiert und besprochen. «Darauf aufbauend definieren wir Massnahmen, um die Qualität zu steigern», so Mühlheim.

Nicht nur Trockenübungen

Doch nicht alles ist nur eine Übung: Der Zivilschutz stellt auch den Kulturgüterschutz (KGS) sicher. Im Rahmen des Wiederholungskurses hat sich dieser Fachbereich um die Einsatzplanung für das Gemeindearchiv Ipsach gekümmert. «Wir dokumentieren, welche Unterlagen im Archiv bei einem Brand als erstes gerettet werden müssen», erklärt Fabrice Wullschleger, Chef KGS. Dazu werden die entsprechenden Bereiche des Archivs für die Feuerwehr festgehalten und die Fluchtwege auf einem Plan eingezeichnet.